„Kunst in Zeiten des disziplinarisch-korporatistischen Komplexes“

2014 wurde ich von der Arbeitsagentur Karlsruhe in eine sogenannte
‚Maßnahme‘ eines sogenannten ‚Bildungsträgers‘ geschickt, eine recht bizarre Angelegenheit, die vorgeblich der Vermittlung von Arbeitslosen gilt und tatsächlich der Beschönigung der offiziellen Arbeitslosenzahlen. Durchgeführt werden solche ‚Maßnahmen‘ von privaten Firmen – neben dem Strafvollzug, der Unterbringung von Geflüchteten und vielen anderen sozialen Diensten ein weiteres Beispiel dafür, wie weltweit bisher explizit staatliche Aufgaben mit bisweilen durchaus desaströsen Folgen privatisiert werden und zugleich eine ganze Industrie an sich letztlich nur selbst rechtfertigenden Verwaltungsapparaten entsteht. Nachdem mit den ‚Quality Metrics‘ in Großbritannien auch die Kunst diesem System unterworfen werden soll, habe ich in einem Essay auf Medium.com versucht, dem Ganzen einen Namen zu geben: Der disziplinarisch-korporatistische Komplex.