Notes on Space in Kassel

Kunst im öffentlichen Raum muss sich zumeist gegen die aggressive visuelle Konkurrenz durchsetzen, wie sie den Stadtmenschen vor allem durch Werbeagenturen und ihre Kund*innen zur Verfügung gestellt wird. Das von Eva-Maria Offermann initiierte Projekt Notes on Space in Kassel will diese Situation umkehren und sie zugleich in einen weiteren Zusammenhang der Stadtgestaltung stellen. Eine Serie von schwarzweißen Photographien des Künstlers Paul Kuimet zeigt Kunst im öffentlichen Raum aus dem (sowjetischen) Estland: Wandbilder und Mosaike, die staatliche Gebäude schmücken und oftmals bereits durch ihre Ästhetik eine  spezifische Ideologie vermitteln sollen – ganz wie heute die Werbung im Dienste des neoliberalen Kapitalismus. Diese Photos zeigten wir auf 30 typischen, kommerziellen Plakatwänden – diese Bilder der Bilder wurden so in den zeitgenössischen ‚westlichen‘ Stadtraum verpflanzt. Ich half beim Kuratieren.