Hallo! Ich bin Jacob. Ich bin im weitesten Sinne Kulturhistoriker und arbeite zu geschichtsphilosophischen und medientheoretischen Themen. Seit 2020 bin ich an der Universität zu Köln als Mitarbeiter in der Abteilung für Nordamerikanische Geschichte eingestellt, und seit 2019 an der Peter Behrens School of Arts in Düsseldorf als Mitarbeiter im Lehrgebiet Photographie. Davor habe ich an unterschiedlichen Kultureinrichtungen und Hochschulen gearbeitet, z.B. 2009-11 als Volontär am ZKM Karlsruhe, dann 2011-14 als Mitarbeiter an der Universität Heidelberg und 2015-18 der Kunsthochschule und 2017-19 der Universität Kassel. Ihr könnt mich auf Twitter und manchmal Instagram besuchen, im RL lebe ich in Oberbilk in Düsseldorf.

Meine Arbeit hat meistens damit zu tun, welche Bilder sich Menschen von Geschichte machen, aber auch damit, wie Bildermachen historisch eingeordnet wird.

Einer meiner Schwerpunkte sind Naturkatastrophen. In meiner Dissertation habe ich mich mit Photographien des Erdbebens und der Großbrände 1906 in San Francisco beschäftigt & dabei vor allem mit den Photos von Arnold Genthe. Sie ist unter dem Titel Die kalifornische Institution 2018 erschienen und bei arthistoricum als open access verfügbar. Zu Genthes Bildern hatte ich zuvor einen Artikel im Rundbrief Fotografie veröffentlicht. Im Katalog Mensch Natur Katastrophe zu der gleichnamigen Ausstellung von 2014, an der ich für den Cluster Asia and Europe in a Global Context der Uni Heidelberg mitgearbeitet habe, schrieb ich u.a. Beiträge zu San Francisco und dem Bergsturz von Goldau 1806.

Von Naturkatastrophen ist es nicht weit zu allgemeineren Ausnahmezuständen. In einem Text für den Band Technik – Macht – Raum habe ich 2018 versucht, beide Begriffe in einen politischen Zusammenhang zu stellen, und für die Tagung Flüchtige Bilder an der Uni Hamburg im selben Jahr untersucht, wie Bilder von flüchtenden und hilfesuchenden Menschen dafür instrumentalisiert werden. Meinen Vortrag, „Panikformeln“, habe ich später als Text ausgearbeitet und online veröffentlicht. Einen weiteren Text zum Thema – „Was ist Panik, und wann sollten wir vor ihr Angst haben?“ – habe ich 2020 zu Beginn der Covid-Pandemie geschrieben, werde aber noch weiter darüber nachdenken. Aus einer ähnlichen ‚foucaultschen‘ Perspektive habe ich in „Kunst in Zeiten des disziplinarisch-korporatistischen Komplexes2018 einige dubiose Entwicklungen im Kulturbereich und der ‚Arbeitswelt‘ im Allgemeinen analysiert. In den gleichen Zusammenhang fällt wahrscheinlich auch mein Roman Kriege der Zukunft, von dem ich seit 2019 in unregelmäßigen Abständen Kapitel auf Medium.com veröffentliche.

Aktuell arbeite ich zu Utopien in den USA. Für meine Habilitation untersuche ich utopische Kommunen in den USA zwischen 1825–45, forsche aber auch allgemeiner zur Geschichte des ‚Social Engineering‘ bis in das 21te Jahrhundert hinein.

Als Medienhistoriker beschäftige ich mich seit meiner Dissertation verstärkt mit Photogeschichte. Ausgehend vom Katastrophenbild habe ich 2020 versucht, in einem längeren Aufsatz  die Kanonisierung des Nachrichtenbilds zwischen Museum und Magazin zu rekonstruieren. Aktuell interessiert mich der Übergang zum digitalen Bild, beziehungsweise die zunehmend autonome Entstehung ‚künstlicher Bilder‘. Dazu bereite ich gerade ein kleines Buch über die technischen und ästhetischen Bedingungen vor, unter denen die Bilder in Videospielen erzeugt werden.   

Wenn es um Kunst geht, frage ich mich vor allem, was an zeitgenössischer Kunst das ‚Zeitgenössische‘ sein kann. Am ZKM habe ich am Projekt „Global Art and the Museum“ und der 2011 daraus hervorgegangenen Ausstellung The Global Contemporary mitgearbeitet; im Katalog von 2013 dazu ist der Text „Capture the Flag“ von mir erschienen und in den Tagungsbänden From Museum Critique to the Critical Museum von 2015 und Situating Global Art von 2018 zwei weitere – im ersten versuche ich, den Begriff des ‚Zeitgenössischen‘ in Bezug zu kritischer Museumsarbeit zu setzen, im zweiten, den Begriff des ‚Globalen‘ in der Geschichte der Kunstwissenschaft selbst zu verorten. Die politische Zeitgenossenschaft der Kunst treibt mich natürlich auch jenseits der akademischen Diskurse um – hier ein kurzer Text, den ich 2018 anlässlich der Diskussionen um Olu Oguibes Denkmal in Kassel geschrieben habe.

Apropos Ausstellungen2010–14 habe ich gemeinsam mit Martin Heus den Kunstraum: Morgenstrasse in der Karlsruher Südstadt geleitet; 2014 organisierte ich für das Kulturbüro Karlsruhe im Rahmen der Europäischen Kulturtage das Projekt Mémoires Perdues zu Spuren des 1. Weltkriegs. 2016 entwickelten Markus Kiefer & ich gemeinsam mit Eric Didym und Jean-Edouard Hasting das Partnerstadtprojekt Habiter la Ville zwischen Karlsruhe und Nancy; mein Beitrag, Kleiner Atlas der Lebensformen Karlsruhe / Nancy hier zum Durchblättern. 2018 kuratierten Karoline Achilles und ich im Stellwerk Kassel unter dem Titel The Kassel Art of Stone Appreciation Michael Gärtners Mineraliensammlung.

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